Mein Lesejahr ist erst zwei Bücher alt, doch bereits jetzt habe ich ein echtes Highlight entdeckt! JAMESi st sowohl ein wunderschönes als auch ein sehr trauriges Werk. Traurig, weil Everett die überhebliche Haltung und die brutale Misshandlung der Sklaven durch die Weißen deutlich schärfer thematisiert als Twain. Zwar gibt es nur wenige solcher Szenen, doch die wenigen, die es gibt, sind erschütternd. Wunderschön ist das Buch, weil Everett dem Charakter Jim – der alles andere als dumm und einfältig ist (obwohl er das die Weissen glauben macht) – eine Stimme gibt, die ihn auf eindrucksvolle Weise lebendig werden lässt. Die Sprache ist großartig und äußerst bildhaft, sodass ich mich mit Leichtigkeit in die Geschichte eintauchen konnte.
JAMES ist weit mehr als eine Lausbubengeschichte, und für mich wirkt diese Version glaubwürdiger als Twains. Man muss Twains Erzählung nicht zwingend kennen, um JAMES zu genießen, aber ich fand es spannend, die beiden Versionen miteinander zu vergleichen.
Das Buch hat einen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen, und ich empfehle es wärmstens weiter.