(Inhalt vgl. Cover)
Das Cover gefällt mir sehr gut. Keine Fotografie und doch ausdrucksstark. Eine junge Frau bei einer Tasse Café. Sinniert sie? Erwartet sie etwas von mir?
Ich mochte den Schreibstil, einfach, schnörkellos, bildhaft. Die Sprache wurde mit der Entwicklung der Geschichte und der beiden Hauptfiguren empathischer, aber nie rührselig oder kitschig. Ich mochte die Idee, ein Lebensbuch zu schreiben resp. schreiben zu lassen. Und besonders gut gefiel mir, dass für dieses anspruchsvolle Projekt eine junge Person ausgewählt wurde. Interessant sind auch die detektivischen Aktivitäten der Hauptprotagonistin, obwohl diese im Projekt nicht gern gesehen werden. Der Roman regt an, einen Rückblick ins eigene Leben zu machen und sich zu fragen, welches denn die Highlights im eigenen Leben gewesen sind und welche Herausforderungen welches Resultat erzielten.
“Ihr Gehirn ist wie ein Plattenspieler, der immer wieder die alten Stücke abspielt, und gleich darauf holpert die Nadel über die Rillen und kehrt an den Start zurück.”
“Wie altmodische Dias durch einen Projektor irrlichtert eine Reihe von Bildern durch ihren Kopf, und jedes ist schlimmer als das vorangegangene.”
“Es ist einer dieser Wasserhöhne, die einen Sensor haben, also muss sie hin und wieder mit den Fingern wackeln, damit das Wasser weiterläuft.”
“Das Reden jede Woche hilft ihr, es ist ein gutes Gefühl, wenn die Worte aufsteigen und ihren Körper verlassen.”