Vorweg: Ich liebe Hape!
In alter Manier habe ich ein schlaues, witziges und gefühlvolles Buch erwartet. (Vielen Dank an netgalley shelf für das kostfreie Hörbuch)
Doch schon am Anfang war ich etwas verwirrt. Er erklärt, dass er im Corona Lockdown endlich Zeit für seine Ahnenforschung hatte und macht ein wenig Werbung für die DNA Analyse eines gut beworbenen Anbieters, der ihm dabei geholfen habe. Natürlich gehört auch noch einiges mehr dazu. Er nimmt Kontakt mit unterschiedlichen Ämtern und Personen auf, da ihm besonders die Herkunft seiner Oma Berta, die sein Leben sehr geprägt hat, beschäftigt. In fortgeschrittenem Alter erzählt diese immer wieder von ihrem Leben am Hofe, was von allen Angehörigen belächelt wird. Hape findet aber tatsächlich Hinweise, dass da nicht nur die Verwirrtheit einer alten Dame spricht.
Nun ja, vielleicht wäre es schlauer gewesen das Buch nicht zu hören, sondern zu lesen, denn das Herumgehüpfe in den verschiedenen Epochen seiner Ahnen, gespickt mit Anekdoten aus seinem privaten und beruflichen Leben, ist mir bereits zu Anfang etwas zu undurchsichtig.
In der Mitte des Buches habe ich dann zwar langsam einen kleinen Überblick in welcher Epoche die Ahnenerzählung gerade ist und kann den Handlungen, die teilweise humorvoll und tragisch zugleich vom Autor erfunden wurden, etwas mehr folgen, der übliche Humor von Hape fehlt mir allerdings. Für meinen Geschmack viel zu viele Daten, Zahlen und historische Ereignisse in einem Buch. Die Geschichten drum herum sind teils packend und emotional, besonders Hapes junges Erwachsenenleben in den 80ern finde ich ergreifend und sehr bedrückend.
Irgendwie springt bei mir der Funke aber nicht über, wie es bei den anderen Büchern immer der Fall war. Ich bin in einer Erzählung eines Vorfahrens und diese wird dann durch eine andere Erzählung wieder unterbrochen. Man muss voll bei der Sache sein, um den Strängen zu folgen und den Faden später wieder aufnehmen zu können.
Sorry, Hape, aber das kannst du besser! Diesmal leider nur 3 Sterne.