Ein Roadtrip von Lucy Fricke – ich bin ganz beseelt. «Was wird das hier? Thelma & Louise? Tschick?» Nein, das sind Martha und Betty, beste Freundinnen seit gut zwanzig Jahren. Und genauso eine Freundin, mit der über das Unglück gelacht werden kann, die braucht Martha, als ihr Vater sie um einen letzten Gefallen bittet, der ihn in die Schweiz führen soll. Doch dann kommt alles irgendwie anders.
Ich-Erzählerin Betty erzählt chronologisch von ihrem spontanen Roadtrip und dabei rückblickend vom Kindsein, von abwesenden Vätern, nach Liebe suchenden Müttern, aufgegebenen Träumen, Ernüchterung und gleichzeitig von Hoffnung schenkenden Momenten, Momenten der Verbundenheit und einer alles überstehenden Freundschaft. Das liest sich immer wieder überraschend, oft enorm komisch, frech, aufrichtig und auch ernsthaft.
Lucy Fricke erschafft authentische, vielschichtige, interessante Figuren, die ich gerne persönlich kennenlernen würde. «Töchter» habe ich einmal mehr in einem Rutsch gelesen, mich dabei amüsiert, nachgedacht und am Ende bereichert und leicht wehmütig das Buch zuklappen müssen.