Lea fällt auf, dass ihre Oma in letzter Zeit nicht so froh wirkt. Darum beschliesst sie, Freude einzufangen und ihrer Oma mitzubringen. Doch das ist gar nicht so leicht…
Rein thematisch werden sich bestimmt viele Kinder in der Oma-Enkelin-Geschichte wiederfinden. Oder in dem verspielten Ansatz, Freude im Park einzufangen, mit Dosen, Eimern, einem Kescher, bei schaukelnden Kindern, einem Hund, im Bach usw.
Isabelle Follath hat die Geschichte mit überbordenden, farbenfrohen Bleistiftzeichnungen in Szene gesetzt. Sie spielt bewusst mit Kontrasten (Freude und Traurigkeit: worum es auf dem jeweiligen Bild geht, ist gleich ersichtlich). Ihre Darstellungen sind abwechslungsreich (doppelseitige Bilder, ganzseitige Bilder, pluriszenische Seiten) auch was die Perspektive angeht. Vor allem feiert sie in ihren Zeichnungen unsere Vorstellungskraft. Wenn die Freude als wechselndes Farbspektakel über die Doppelseite rast, dann schwappt sie auch zu uns über. Geometrische Formen und weiche Verläufe bilden ebenfalls einen tollen Kontrast.
Die Druckschrift ist verspielt (ohne Serifen), auch mal fett gedruckt, an unterschiedlichen Stellen platziert und gelegentlich werden die Sätze auch aufgteilt zwischen mehreren Szenen.
Noch ein paar Worte zur Herstellung: Das Vorsatzpapier ist in unterschiedlichen Farben gestaltet (vorne dominieren Grüntöne, hinten dann ein warmes Pink-Orange), Fadenbindung und Festeinband sorgen für gute Stabilität und das Papier ist matt und etwas dicker.
Es liesse sich bestimmt noch mehr zu diesem wunderbaren, ruhigen Bilderbuch sagen, aber ich kann nur ans Herz legen, es selber zu betrachten und vorzulesen. Es lohnt sich.