London, 1905: Wilhelm de Vries liegt noch nicht lange unter der Erde, da beschliesst seine Tochter, die Welt mit einem rauschenden Ball auf sich aufmerksam zu machen. Von einer erfolgreichen Ballnacht träumt auch das Personal – denn es plant, das Haus de Vries in jenen Stunden vor aller Augen und doch unbemerkt komplett auszuräumen.
Alex Hay beginnt seine Erzählung am 02. Juni 1905 und schildert auf den folgenden 200 Seiten die Vorbereitungen von Ball/Raubzug und die Motive des Personals, die für manchen überraschenden Aha-Moment sorgen. Die meiste Zeit schauen wir den Verschwörerinnen um Mrs King und Mrs Bones über die Schulter, was uns die beiden Ganovinnen ungemein sympathisch macht. Der Countdown hin zum grossen Tag steigert dabei sukzessive die Spannung, gleiches gilt für die unerwarteten Hindernisse, die aus dem Weg geräumt werden müssen. Der Coup selbst nimmt den Grossteil der zweiten Hälfte ein und wir fiebern mit den Frauen, dass ihr Vorhaben gelingen möge.
Es ist ein Krimi nach meinem Geschmack: Spannend, aber nicht so, dass ich anschliessend nicht schlafen könnte, mit starken Frauenfiguren und einer überzeugenden Rahmenhandlung. Bonus bei Mayfair House: Wir dürfen Luft des alten Empire schnuppern. Einziger Kritikpunkt wäre, dass die Geschichte etwas zu geradlinig, vorhersehbar und leicht fantastisch erzählt ist.
Fazit: Guter und fesselnder Krimi, der mich wunderbar unterhalten hat.