Villa Sehnsucht, Band 1: Ein Anruf der Grossmutter bringt Lottes Alltag ganz durcheinander: sie soll die Oma in ihrem Hotel in Binz auf Rügen vertreten, und zwar ab sofort! Lotte ist jedoch Grafikerin und lebt in Hamburg. Wie soll sie ohne jegliche Hotellerieerfahrung diese Aufgabe meistern? Lotte hat Unterstützung, unter anderem vom gutaussehenden Hausmeister Felix. Der scheint jedoch ein Geheimnis zu haben – ebenso wie ihre Oma, die als offiziellen Grund für ihre Auszeit eine „Kur“ angibt…
Erster Eindruck: Ein Cover, das gleich Ferienstimmung verbreitet – gefällt mir sehr gut.
Lotte ist ein wenig schusselig, verpeilt, und neigt zu Tagträumen. Ihr Ex-Freund hat ihr diese Schwächen immer vorgehalten, was ihr Selbstvertrauen in den Keller fallen liess. Nun denn, ihr Ex-Freund ist jetzt Geschichte und sie versucht, wieder positiv in die Zukunft zu schauen. Der Anruf ihrer geliebten Oma, dass sie kurzum ihre Hilfe benötigt, alarmiert Lotte. Geht es ihrer bald neunzigjährigen Oma nicht gut? Sie ist doch rüstiger als manche Fünfzigjährige. Es nützt nichts, sie muss nach Rügen. Oma sagt, sie muss zur Kur. Wieso, weshalb? Das erfährt sie hingegen nicht, denn Oma ist kurzum schon weg. Und Lotte alleine mit dem Hotel! Und mit den Feriengästen, den Angestellten, und ihrer Grosstante Agnes, die unter Demenz leidet und die meiste Zeit in ganz anderen Dimensionen lebt. Zum Glück ist aber da Felix, der Hausmeister: ein patenter Mann, der häufig ein Lächeln auf den Lippen hat oder ein Lied vor sich hinsummt – was Lotte zu Beginn ärgert. Wie kann der Mann nur so fröhlich sein? Aber er scheint ein Geheimnis zu haben. Ich möchte hier nicht spoilern, darum verrate ich gar nichts darüber.
Zuerst schien es ein luftig-leichter Küstenroman mit Ferienstimmung zu werden, aber dann war da doch deutlich mehr, denn es werden auch ernste Themen angesprochen, wie Verlust oder Demenz. Lotte, Felix und auch die Oma müssen sich ihrer Vergangenheit stellen, um in die Zukunft gehen zu können. Die Oma war übrigens meine Lieblingsfigur, und es hat mich so gefreut, dass… upps, jetzt hätte ich bald zu viel verraten *grins*. Das Buch hat sich flüssig lesen lassen und mir hat die lesetechnische Auszeit auf Rügen sehr gefallen. Ich freue mich auf die Fortsetzung – 4 Sterne.