Monsieur Jean - das ist der Nachtconcierge im nobelsten Hotel der Stadt Zürich - Hotel Tour au Lac genannt. Er ist gepflegt, sehr freundlich und aufmerksam, diskret auch. Seine Frau ist schon vor 28 Jahren verstorben.
In seiner Kindheit/Jugend kann nicht alles rund gelaufen sein. Er macht bald klar, dass er nicht immer auf einem guten Weg unterwegs war. Er hat sehr gute Seiten - ein stiller Beobachter der Leute im Hotel, sowohl der Gäste als auch der Angestellten und auch im Haus, wo er in einer kleinen Wohnung wohnt. Er hat Augen für die feinen Details. Mit seiner Pensionierung fehlt ihm natürlich sein Berufsalltag. Er muss sich an den neuen Rhythmus gewöhnen - nicht mehr die Nacht zum Tag machen. Er hat Notizbücher geführt. Die Menschen, die er beobachtet hat machen nun seltsame Erfahrungen - auf wundersame Art ereignet sich das eine oder andere und sie erfahren allesamt etwas Glück, es bewegt sich sogar ganz Wesentliches in deren Leben. Sophie, die neu im Hotel ist und unter ihren schmerzenden Füssen leidet, die junge Frau, die ein kleines Lokal an einer Gasse mit wenig Laufkundschaft übernommen hat, die beiden alten Damen, die schon lange im Hotel wohnen und sich seit Jahren spinnefeind sind, der kleine junge Taschendieb, der Hotelpianist etc. etc. Ob Monsieur Jean auch einen stillen Beobachter hat?
Man kann sich von diesem Wohlfühlbuch regelrecht einlullen lassen - es ist eigentlich fast zu viel für mich, vor allem so um den Schluss herum. Genossen habe ich die Lektüre aber allemal und was man auch immer wieder hören oder lesen darf ist, dass es wichtig ist, den Blick durchaus nach aussen zu wenden und zwar ohne sich selbst dabei mit im Blick zu haben.