Wow, was für ein Buch! Nur kurze 160 Seiten lang, hochkonzentrierte Sprache, kein Wort zuviel oder zuwenig, wie gemeisselt, ein Buch, das einen relativ ruhigen Beginn hat, aber dann wirds richtig unangenehm. Eine Frau mittleren Alters flieht von Dublin auf eine gottverlassene Insel im Atlantik, wo sie als erste Amtshandlung ihren richtigen Namen ablegt und diesen auch nie mehr tragen will. Die Gründe werden erst allmählich klar. In einer unterkühlten Sprache erzählt die Frau, was in Dublin passiert ist. Ihr Mann ist im Knast, eine Tochter ist tot, eine Tochter will mit ihr nichts mehr zu tun haben. Die wahren Gründe, weshalb dies alles passiert, will ich hier nicht verraten, bitte lest dieses Buch,ihr werdet es nicht mehr so schnell vergessen. Das Thema ist wie so oft bei John Boyne Schuld, Katholizismus und Männer, die lieber schweigen und wegschauen, als hinzustehen und über ihren Schatten zu springen. Und ums ganz bescheiden zu sagen: Boyne wäre mal ein Kandidat für den Nobelpreis für Literatur, etwas Geringeres kommt gar nicht in Frage…..