Das Cover ist einfach ein Traum. Aus einer rosa Nebelwolke dringen die vier weißen Großbuchstaben von Cloe zum Teil hervor. Der Hintergrund ist einfarbig schwarz und lässt so die Kombination der weißen Buchstaben und der rosa Wolke viel intensiver hervortreten. Der Untertitel: Remember me steht darunter in zarter weißer Schreibschrift und fällt so direkt ins Auge. Das Cover ist einfach ein Hingucker und ich musste es auf der Buch Berlin sofort in die Hand nehmen.
CLOE. Remember me von A.D. Wilk wurde im Selfpublishing veröffentlicht. Die Geschichte dreht sich um Cloe, wie der Titel so schön sagt. Cloe hat das Segeln von der pike auf gelernt. So ist ihr jeder Handgriff ins Blut übergegangen. Dieses Können kann ihr auch kein Schlag vom Baum nehmen, der ihr ansonsten eine Amnesie ihres vorherigen Lebens verpasst.
„Ich war Cloe, vierzehn Jahre alt. Ich hatte schwarzes dichtes Haar und ich wusste, wie man segelte. Der Wind und ich, wir waren Freunde.“
Dieser Satz sagt im Prinzip alles aus, was du für den Anfang über Cloe wissen musst. Alles andere erfährst du beim Lesen. Dort darfst du mit Cloe im wahrsten Sinne des Wortes über alle sieben Weltmeere segeln und dich immer wieder Fragen: Wer bin ich?
Cloe ist die Ich-Erzählerin der Geschichte. Ihre Passagen wechseln sich mit denen von Jake ab. Wer genau er ist und in welcher Verbindung er zu Cloe steht oder stand kann ich dir an dieser Stelle nicht verraten. Lese den Klappentext und viel besser gleich das Buch. Jake war mir vom ersten Moment an sympathisch. Bei seiner intensiven Liebe zu seinen Mitmenschen und seinem großen Verlust muss man ihn einfach gern haben. Während seiner Erzählpassagen werden die ersten Zeitsprünge in der Geschichte eingebaut. Diese sorgen einfach dafür welche Dimension, die Amnesie von Cloe einnimmt und bauen natürlich die Spannung weiter auf.
Ich habe das Buch einfach nur verschlungen. Ich konnte meinen E-Reader nicht beiseite legen. Weil ich einfach das Leben von Cloe verfolgen musste und gespannt wartete auf das, was als nächstes geschieht. Dabei habe ich mich an meine eigenen Segelabenteuer erinnert. Die in keinster Weise mit denen im Buch mithalten können. Aber ich habe als Teenager einen Segelschein für einen Optimisten gemacht und und bin mit meinem Sandkastenfreund auf seiner Jolle gesegelt. Hierbei durften wir uns ganz frei auf dem Speicherbecken bewegen und konnten ohne Angst alles möglich ausprobieren. Bei einem abgeschlossenen Bereich kann man ja zum Glück nicht abtreiben. Unser einziges Problem war ggf. nur das Kreuzen, um gegen den Wind an unsere Anlegestelle zurück zu kommen. Ich habe diese Tage in guter Erinnerung und habe mich beim Lesen einfach auf ein Segelboot geträumt. Da hätte ich tatsächlich mal wieder Lust, einfach einen Tag selbst auf dem Meer herum zu schippern, mit der ganz besonderen Melodie des Windes im Segel.
Wie du siehst drifte ich schon wieder ab. Cloe. Remember me ist im Prinzip eine Abenteuergeschichte über ein junges Mädchen ohne Gedächtnis auf einem Segelboot. Doch dies wird der besonderen Geschichte nicht gerächt, denn es ist noch soviel mehr. Cloe kämpft mit ihrem Wissen und ihrer Unwissenheit. Dabei sorgt sie stets dafür genug Wasser unterm Kiel zu haben. Denn nur auf dem Meer scheint sie sich wohl zu fühlen. Sie berichtet von dem Spagat zwischen Müdigkeit und Kontrolle über das Segelboot. Das ganze lässt an Laura Dekker erinnern, die in jungen Jahren mit einem Einhandsegler um die Welt segelte, so ist es kein Wunder, dass die Protagonistin die bekannte Seglerin erwähnt. Ein Verbindung gibt es zwischen den zwei jungen Frauen, denn Cloe ist beim Start ebenfalls minderjährig und alleine auf ihrem Segler.
Hast du Lust auf ein spannendes Segelabenteuer? Dann tauche ab in den neuen Roman von A.D. Wilk und lass dich von Cloe auf die Weltmeere entführen. Verfolge die Route des Mädchen und tauche ein in die Gefahren der Seefahrt. Hierbei werfe ein besonderes Augenmerk auf die Biskaya. Eine Passage, die entweder ganz ruhig daher kommt oder eben gewaltig. Ich selbst habe beides schon erlebt und habe einen Idee von der Höhe der Wellen, von denen Cloe berichtet. Ich habe das Buch einfach nur verschlungen und es gehört zu meinen Highlights des Jahres. Unterstützt wird die Geschichte von einzigartigen Zeichnungen, die einige Szenen nochmal lebendig machen. Von mir gibt es eine ganz klare Leseempfehlung.