Ronald Reng, der als Ghostwriter hinter dem Buch steckt, hat es geschafft, eine bisher wenig greifbare Person zum Erzählen zu bringen. Ein Mann, der bisher öffentlich als starker Macher präsentiert wurde, gibt tiefe Einblicke in sein Leben, die einen berühren. Die alkoholkranke Mutter war nicht in der Lage, ihr Kind aufzuziehen. Die Oma musste funktionieren, konnte keine Liebe geben. Struth wollte aus einem sehr einfachen Leben ausbrechen - und hat es geschafft. Ich war von der Ehrlichkeit seiner Schilderungen beeindruckt, er spart weder an Kritik, gibt Fehler zu, und er weicht auch kritischen und vorurteilsbeladenen Themen nicht aus.
Ich hatte Struth öffentlich bisher laut- und meinungsstark wahrgenommen. Wenn er über seine Beziehung zu Spielern spricht, etwa von Fahrradtouren mit Mario Götze, sind es die leisen und nachdenklichen Töne, die überzeugen.
Struth ist ein Kämpfer, der die Gesetze des Haifischbeckens Fußball beherrscht, der aber vor allem auch versteht, dass Fußballer vor allem Mensch sind.
Seine Geschichte macht Mut. Rüttelt auf. Dass er als Macher hinter Weltstars und einem Welttrainer spannende Insides zu erzählen hat, versteht sich von selbst.