Neohonkong der Zukunft. Die Teenagerin Maddie arbeitet als Essenslieferantin im Restaurant ihrer Ziehmutter. Eines Tages führt eine Essenslieferung in einen beinahe verlassenen Hausblock. In der betreffenden Wohnung wird sie Zeugin einer Entführung und zur Elimination aus dem Fenster gestossen. Anstatt zu sterben, weckt diese Gefahr ihre Schwester, welche ihren Körper übernimmt und sie sicher auf den Boden bringt. Zu Maddies Unmut löst ihre Entdeckung von Zefira, zu einer Reihe von Ereignisse, welche sie und ihre liebsten in unmittelbare Lebensgefahr bringt und nach und nach entdeckt Maddie ein Geheimnis, welches das Leben in Neohongkong für immer verändern könnte.
Cyberpunk ist eines meiner liebsten Science-Fiction Genres. Zusätzlich von dem bekannten Autor Thomas Thiemeyer geschrieben, von dem ich bis zu diesem Buch noch nie etwas gelesen habe, dafür umso mehr gehört. Aus diesem Grund musste ich das Buch einfach lesen auch wenn der Inhalt nicht ganz mit meinen Erwartungen mithalten konnte.
Zuerst das Beste vorweg. Im Buch gab es Graphic Novel Seiten, was ich ein richtig cooles Konzept fand und ich gerne mehr davon gesehen hätte. Leider finden sich diese Illustrationen nur alle etwa 100 Seiten. Dafür waren sie gut umgesetzt und konnten die Geschichte super untermalen. Auch die Darstellung von Neohongkong gefiel mir sehr gut. Der Weltenaufbau war für mich schlüssig und sehr stimmig, womit ich mir die Umstände rund um Maddie und Zefira gut vorstellen konnte. Auch der Schreibstil an sich hat mir gut gefallen. Wieso konnte mich die Geschichte trotzdem nicht überzeugen?
Ich denke, dass liegt vor allem an dem Pacing. Die Geschichte hatte für mich immer wieder unterschiedliche Höhen- und Tiefpunkte, was mich immer wieder aus der Geschichte warf und mein Interesse nicht wirklich halten konnte. Trotzdem muss man sagen, dass gerade die Actionszenen sehr gut geschrieben wurden und wirklich Spass machten. Das Ende hat mich leider besonders enttäuscht, da es eher flach ausgefallen ist und die Twists am Ende vorausschaubar waren. Ich hätte mir da einfach einen grösseren Knall erhofft. Ausserdem hätte das Buch für mich mit diesem Band ein Ende gehabt, mit welchem ich leben kann, der Übergang zum zweiten Teil ist mir zu erzwungen herangeführt worden, weshalb ich mich nicht für den zweiten Band begeistern konnte. Dafür fand das Buch ein schönes Happy-End. Auch die Charaktere fielen für mich etwas zu flach aus, was sich darauf auswirkte, wie sehr mir das Schicksal der einzelnen Figuren am Herzen lag. Die Liebe zwischen Maddie und Jayden wirkte unecht und hätte meiner Meinung nach, nicht sein müssen. Die Nebencharaktere fallen kaum auf, auch wenn ich die Lemminge wirklich süss fand. Schlussendlich blieb mir aber kaum jemand länger im Gedächtnis.
Auch wenn ich mir mehr erhofft habe, bin ich der Meinung, dass es einigen Leser*innen sicher gefallen könnte. Wer also seinen Kinder etwas Spannendes zum Lesen schenken möchte, dass das Lesen mit einigen illustrierten Seiten auflockert, der macht mit diesem Buch einen guten Fang. Gerade Fans von Dystopien kommen dabei auf ihre Kosten und können in ein buntes Treiben und Mega-Corps geniessen.