Der Fall erinnert ein bisschen an die Realität: Panama-Papers, Steuer-CDs, das hat man alles schon mal gehört, wodurch der Plot real bzw. authentisch anmutet. Man ertappt sich beim Lesen immer mal bei der Frage, ob es wohl wirklich so ist (und ist versöhnt, weil man ja mit „den Guten“ mitfiebert, in der Hoffnung, dass auch sie real sind und für Gerechtigkeit kämpfen). Bis die Handlung wirklich Spannung aufbaut, dauert es ein bisschen, das liegt an Rückblenden (die erleichtern es Neulingen, auch ohne die Vorgängerbände klarzukommen, nehmen aber teils Tempo raus), dem „Aufräumen“ mit den früheren Geschehnissen und dem Zusammenführen der Hauptfiguren in den verschiedenen Handlungssträngen. „Pilgrim“ kreist um Schuld, Sühne, Vergebung, Gerechtigkeit, Intrigen. Möglicherweise hängt es damit zusammen, vielleicht aber auch mit den Zusammenhängen finanzieller Art (Steuersünder), dass Jensen hier für seine Verhältnisse „harmlos“ unterwegs ist. Seine Geschichte bietet er in routiniert flüssiger Schreibe dar – was allerdings die immer wieder eingestreuten englischen Ausdrücke sollten, erschließt sich mir nicht so recht: Internationalität suggerieren? Falls ja, ist der Versuch fehlgeschlagen und hat sich lediglich als nervig erwiesen. Insgesamt darf man sich bei „Oxen. Pilgrim“ jedoch auf einen mit anfänglichen Abzügen spannenden Thriller freuen!