In ihrem Roman erzählt Tabea Steiner von Natali, welche in einem streng religiösen Umfeld aufwächst, dieses zwar verlässt, aber wegen ihrem Mann wieder beitritt. Durch die bildhafte und symbolträchtige Sprache wird dem Leser bewusst, wie das Leben Natalis von ständigen Verboten und Vorurteilen regiert wird. Das religiöse Umfeld lässt keinen Freiraum für Individualismus und Entfaltung. Als Natali Kristin kennenlernt wird alles anders und Natali muss sich entscheiden.
Der Roman geht einem richtig unter die Haut und hat mich sehr berührt. Persönlich habe ich Hochachtung vor Natali und bin sehr froh, dass ich mich nicht solchen Entscheidungen und Konfrontationen ausgeliefert sehe, wie sie. Was mich auch sehr beeindruckt hat, ist die Beziehung zwischen Natali und ihren beiden Töchtern und gleichzeitig auch die Beziehung der beiden Töchter untereinander. Denn auch für die beiden ist das alles alles andere als einfach. Tabea Steiner schafft es in ihrem Roman, alle Personen so darzustellen, dass jede einzelne Figur plastisch und greifbar wird. Jede Figur ist verletzlich und in jede Person kann man sich hineinversetzen. So ist der Roman keinesfalls ein Bashing, sondern eine vorsichtige und dennoch starke Auseinandersetzung mit einer Gesellschaft.