Porto Alegre, Brasilien: Pedro und Marques sind es leid, sich für einen Hungerlohn im Supermarkt abzurackern und am Ende doch nicht aus der Armut entfliehen zu können. Da entwickelt Pedro einen Plan …
José Falero schreibt in seinem ersten Roman als allwissender Erzähler und aus wechselnden Perspektiven von seinen beiden sympathischen Protagonisten und ihrem Leben. Er nimmt sich am Anfang Zeit, uns ihre Situation darzulegen und lässt insbesondere Pedro über die himmelschreienden Ungerechtigkeiten von Armut philosophieren. Auch wir wissen, dass allein das Umfeld, in das wir hier in Europa geboren werden, grossen Einfluss auf unsere Bildungschancen hat. Es aber in dieser Deutlichkeit vor Augen geführt zu bekommen, ist etwas ganz anderes.
Doch keine Sorge, Pedro erzählt zwar gern und viel, aber auf eine locker-leichte und fesselnde Art und Weise, die mich gleich in ihren Bann gezogen hat. Als der Plan dann in die Tat umgesetzt wird, wandelt sich die Erzählung immer mehr zu einem Krimi. Wir erhalten fast den Eindruck, hier würde ein Protokoll über die Ereignisse geschrieben. Die Spannung steigert sich sukzessive bis zum grossen Showdown.
«Supermarkt» hinterlässt bei mir tiefen Eindruck! Der literarische Überraschungserfolg aus Brasilien wird bei uns hoffentlich genauso einschlagen.
Übersetzt von Nicolai Schweder-Schreiner.