Wie es wohl gewesen sein mag, damals in Weimar, mit Goethe, Vulpius und Christiane, nach seiner Rückkehr von der Reise in die Schweiz? Humorvoll und detailreich verschränkt Lewinsky Historie mit Fiktion, entwickelt Vorstellungen davon, wie der Alltag mit dem sehr gelehrten, vielbeschäftigten und vermutlich nicht immer gesprächigen Goethe ausgesehen haben mag. Ausgerechnet der etwas dilettantische Schreiberling Vulpius hilft dem berühmten Geheimrat aus der Schreibblockade, obwohl sich die beiden nicht immer freundschaftlich gesinnt sind und ihre Treffen allzu selten in Minne verlaufen. Allerdings kann auch hier das Eingeständnis eigener Schwäche und die Abkehr von Perfektionismus weiterhelfen. Christianes Feingespür für die Macken der Herren und ihr diplomatisches Geschick lässt die beiden trotz allem es immer wieder versöhnliche Töne anschlagen.
Genussvoll zu lesen, und man wird sich bei mancher Lektüre wohl öfter fragen dürfen, wer denn nun was letztendlich geschrieben hat.