Schon seit sie denken können, sind Nits und Mischa beste Freunde. Und besten Freunden kann man blind vertrauen… sollte man meinen… Nits ist völlig entsetzt, als er herausfindet, dass ihn sein bester Freund Mischa belogen hat - und dann noch wegen so einer Nichtigkeit wie einer Badehose! Doch dann stellt sich heraus, dass Mischa noch viel mehr gelogen, naja vielleicht eher verschwiegen oder verdrängt hat. Er, der nie so ein Lügner wie sein Vater sein wollte.
Nach aussen zeigt Mischa nur das, was er kontrollieren kann: sein perfektes Auftreten in der Schule, seine Intelligenz oder sein umfangreiches Wissen über Tiere. Er war immer sein Fels in der Brandung, wenn er zu hibbelig war und Mischa ihn zurück auf den Boden holte. Dafür fallen Nits immer spontan grossartige Reime und Gedichte ein. Zusammen ergeben die beiden auf jeden Fall ein tolles Team, das sich nun aber erst einmal beweisen muss.
Stefanie Höfler hat in ihrem Werk nämlich auch ein sehr ernstes Thema aufgegriffen, das man überall antreffen kann, über das aber oft geschwiegen wird: Armut.
Ich möchte jetzt hier nicht zu viel verraten, denn “Feuerwanzen lügen nicht” muss man einfach selber lesen. Ich bin richtig begeistert von diesem Buch!
Nits und Mischa sind liebevoll und facettenreich ausgearbeitet, dass man sie einfach sofort ins Herz schliessen muss. Zudem harmonieren sie trotz ihren Problemen wunderbar miteinander. Die Geschichte ist sehr vielfältig und bringt sehr viele unterschiedliche Aspekte mit sich.
So zeigt Nits zum Beispiele einige Symptome von ADHS, das jedoch nie benannt wird. In Mischas Familie gibt es viele Probleme und kontroverse Gefühle. Trotzdem schafft es Stefanie Höfler, nicht so schubladisieren. Sie schreibt feinfühlig und ohne zu werten. Ihre Geschichte ist aus dem Leben gegriffen und schafft den Balanceakt zwischen ernst und humorvoll.
Fazit:
“Feuerwanzen lügen nicht” ist nicht nur ein Buch voller Gefühle, Wärme, Spannung und Humor. Es ist vor allem eine Geschichte, die realistisch aus dem Alltag zweier Kinder gegriffen ist und ein wichtiges Thema auf den Tisch bringt, das viel zu oft totgeschwiegen wird: Armut.
Stefanie Höfler erzählt feinfühlig, aber auch fesselnd. Dieses Buch ist wirklich grossartier Lesestoff, den ich jedem nur ans Herz legen kann.