Nachdem der erste Teil dieser Serie “Moriarty und der Schächter von London” noch als interessant bezeichnet werden kann, fällt dieser Teil massiv vom Niveau seines Vorgängers ab.
Die Idee, London am Ende des 19. Jahrhunderts durch die Augen von Moriarty zu betrachten und gemeinsam mit ihm auf Verbrecherjagd zu gehen mutet äusserst reizvoll an.
Umso trauriger die Umsetzung welche sich auf diesen Seiten findet.
Durch die Augen einer Waise, welche im ersten Teil noch einer ungewissen Zukunft entgegen lief und in diesem Teil sich keine Sorgen mehr um ihr Auskommen macht (Moriarty sei Dank) taumelt man gefühlt von einem Dinner an Moriartys-Tafel (Morgen/Mittag/Abend) durch den Fall der platter nicht sein könnte.
Das Ende vorhersehbar und langweilig da aus anderen Geschichten abgekupfert. Der “Twist” am Ende den jeder Leser, welcher bereits einen Krimi?Thriller? in Händen hielt voraussagen konnte zerstört die letzte Freude an diesem Buch. Die “Auflösung” dieser Wende war anscheinend sogar für den Autor immens mühsam, weil er diese in einer Hast zuammenschusterte und über einen Brief an die Protagonistin übermittelte. Alles rein was man in den vorliegenden 250 Seiten eleganter formulieren und einbauen hätte können.
Im Nachwort droht der Autor dann sogar noch mit einem dritten Teil.
Danke für die Zerstörung der aufregenden Idee Moriartys Blickwinkel im viktorianischen England einzufangen.
War der erste Teil schon keine Glanzleistung trug man jedoch die Hoffnung der Autor würde sich im zweiten Band steigern. Fehlanzeige.
Für eine gute Unterhaltung zum Thema “Moriarty” empfehle ich: Der Fall Moriarty - Anthony Horowitz
https://www.orellfuessli.ch/shop/home/artikeldetails/A1034481217