Der Roman stand auf der Longlist des Deutschen Buchpreises und in den Medien wurde bereits darüber diskutiert, ob eine junge Autorin (mit Jahrgang 1992) überhaupt über die DDR schreiben darf, da im Buch anscheinend einige begriffliche und inhaltliche Inkorrektheiten vorkommen. Ich finde, natürlich darf man als Schriftstellerin eines immer noch fiktiven Werkes das - gerade, wenn man es sprachlich so gut löst wie Charlotte Gneuss es mit der Beschreibung ihrer 16-jährigen Protagonistin Katrin gelingt: Diese lebt mit Vater, Mutter, Oma und Schwester in einem Haus und gerät ins Visier der Stasi, da ihr Freund Paul in den Westen abgehauen ist. Wie sich die Schlinge der Überwachung unmerklich immer weiter zuzieht und wie sich Katrin langsam einfangen lässt, ist stilistisch einfach toll beschrieben!