Erstaunlich, wie wenig Kontakt Nachbarn gerade auch in einer ruhigen, kleinen Siedlung haben. Erstaunlich, wie sich unterschiedliche Menschen mit der Zeit doch näher kommen können, und dabei sich selbst besser kennen lernen. Sachte und präzis beschreibt und verwebt Kristine Bilkau die Leben von Julia, Astrid und Tante Elsa, die Männer erscheinen eher am Rand. Eine verschwundene Familie, ein leeres Haus, eine darbende Kleinstadt; der Kinderwunsch von Julia, eigenartige Vorahnungen von Astrid und eine erstaunlich selbstsichere Elsa werden liebevoll geschildert. Auch wenn vieles offen bleibt, die “Nebenan” kommen sich näher und man bekommt den Eindruck, dass sich alles zum Guten wenden wird, was immer darunter zu verstehen ist. Anfängliches Misstrauen gegen die “Nebenan” verschwindet und macht einem zuversichtlichen Vertrauen zu seinen Mitmenschen Platz.