Das Cover hat mich sofort angesprochen. Es zeigt sogleich, dass es sich um eine 1001 Nacht handelt. Die Zahnräder können auf Steampunk hindeuten. Ich liebe Neuinterpretationen von Märchen. Und da ich von 1001 Nacht fast nichts gelesen habe, war ich umso gespannter, in der Geschichte einzutauchen.
Dinharazade wird doch tatsächlich von dem Wüstenkönig entführt. Und das ausgerechnet im Garten ihres Schwagers, und das noch am helllichten Tag. Man sagt, der Wüstenkönig und sein Folk seien Barbaren und nur auf das Kämpfen aus. Doch schnell wird Dinah klar, dass der Schein trügt. Denn, in der Oase verspürt sie zum ersten Mal Freiheit und fühlt sich fast schon wohler als bei sich zu Hause. Doch das Glück währt nicht lange, denn auf sie wartet eine Bedrohung von keinem geringerem als ihrem Schwager. Nicht nur das, auch die Magie scheint ihnen Böses zu wollen.
Ich mochte diese Welt auf Anhieb. Dinah ist ein sehr sympathischer und wissbegieriger Charakter. Obwohl sie die Prinzessin ist, ist sie alles andere als oberflächlich und lern lieber etwas über die Technik. Khan Bassan fand ich zuerst sehr machomässig. Immerhin hat er sie selbstsicher entführt, und das noch am helllichten Tag. Ich fand es fast schon lustig, wie er einfach reinspaziert ist und sich Dinah holte. Doch schnell merkt man, dass er ein Herz aus Gold hat. Die Liebe zwischen den beiden ist so zart wie ein Schmetterlingsflügel. Ihre Liebesgeschichte drängt sich jedoch nicht in den Vordergrund. Wir lernen nicht nur die Oase, seine Welt, kenne, sondern auch einige Nebencharaktere, die ich wirklich alle gemocht habe. Obwohl es eine 1001 Nacht Geschichte ist, ist sie auch recht techniklastig. Es kommen sehr viele Maschinen vor, jedoch verliert sich die Geschichte auch nicht darin. Ich persönlich hatte etwas Mühe, mir all dies vorzustellen, was ich aber nicht als schlimm empfand. Magie und Geheimnisse kommen auch vor, so dass es sich richtig magisch angefühlt hat. Obwohl ich die Hauptprotas sehr mag, konnte ich sie mir nicht wirklich greifen. Man spürte das Knistern und die Liebe zueinander (auch wenn Dinah länger brauchte, logisch. Sie wurde auch entführt, was ich auch authentisch fand), sie waren für mich nicht immer greifbar. Dennoch gefielen mir deren Beziehung sehr, auch die der anderen.
Eine sehr magische Welt hat die Autorin erschaffen. Mir gefiel der Orient und der Steampunk, war mal etwas anderes, aber nicht weniger gut. Die Liebesgeschichte war nicht in den Vordergrund, auch nicht die Technik. Es war für mich stimmig, von allem etwas. Hoffentlich gibt es bald eine Fortsetzung. Würde mich sehr interessieren, was aus ihnen geworden ist und wie sie sich entwickelt haben.