Ich kann und konnte von klein auf Comics nichts abgewinnen, ob Micky Maus, Silberpfeil etc. Und heute hat dieses Genre Einzug in die sog. Erwachsenenliteratur gefunden und wurde einfach umbenannt zu “Graphic Novels”. Ok, vielleicht stechen - im wahrsten Sinne des Wortes - die Bilder hervor, aber die Stories? Ist mir zu banal, zu mühsam, immer die Sprechblasen und die Texte dazu zu lesen - meine Augen sind nicht die besten und solche Stories machen mich nervös. Es ist ein Art gehobener Kitsch, der eigentlich ohne Worte auskommen sollte; dann wäre es richtige Kunst. Aber so? Ein künstliches Genre, das für anspruchslosere Konsumenten geeignet ist. Ich brauche ein Buch, keine Zeichnungen, Seiten voller Text, die ich umblättern kann und nicht zwischen Text und Zeichnungen herumspringen muss. Ok, ich bin nicht Multitasking-fähig, sondern gradlinig, ohne Dekoration drumherum.
Ich habe einen Kollegen, dessen grösster Held ein Seefahrer war, der überall auf den Weltmeeren herumkam: Corto Maltese, eine Graphic Novel-Serie aus den 1960ern. Diese hat mein Kollege als kleiner Junge geliebt, obwohl diese spezielle Graphic Novel eher an junge Erwachsene gerichtet war. Aber ob ein Kind damals schon anspruchsvolle - und ich habe gelesen, dass diese Serie sehr anspruchsvoll war und ist - “Comic”-Lektüre verstand? Ich verstand ja nicht einmal Mickey Mouse…
Mangas & Co. haben die Graphic Novels irgendwie salonfähig gemacht. Aber anders als die Superhelden mit “Boom”, “Pow” usw. mit denen wir in Europa aufwuchsen. Jedem das Seine; meins ist es und wird es nie werden.