Mein erstes März-Buch ist gelesen:
Pascal Mercier, Der Klavierstimmer
Meine Meinung dazu ist sehr geteilt. Ich mochte den Grundplot und meistens auch, wie der Autor die Nöte der Personen sichtbar macht. Allerdings war es mir oft zu langfädig und definitiv zweihundert Seiten zu umfangreich. Die Geschichte mochte mich nicht so lange zu fesseln. So habe ich im letzten drittel viel nur überflogen und deshalb keine Rezension verfasst.
Es geht um eine zutiefst dysfunktionale Familie. Die Zwillinge Patrice und Patricia entwickeln eine inzestuöse Beziehung. Sie sind so stark verbunden, dass das eine ohne das andere nicht vorstellbar ist. Damit hat es sich aber nicht. Auch die Mutter überschreitet die gebotenen Grenzen. Der Vater, ein höchst begabter Klavierstimmer und als solcher erfolgreich, komponiert Opern - seine Obsession, als Opernkomponist zu Ruhm und Ehre zu gelangen. Eine fatale Obsession - seine Partituren werden stetig abgelehnt.
Die Geschwister merken, dass sie herauskommen müssen, aus ihren Verstrickungen und gehen getrennte Wege - sie begeben sich buchstäblich zu unterschiedlichen Hemisphären.
Mit einem Ereignis - ganz zu Beginn des Buches, müssen sie sich wieder begegnen. Der Vater wird verhaftet, weil er während einer Aufführung den Opernsänger erschossen haben soll.
Mit diesem Ereignis beginnen die Zwillinge in wechselnden Kapiteln ihre Geschichte, Erinnerungen, Gefühle aufzuschreiben.
Als nächstes März-Buch werde ich von Kurt Marti Die Riesin lesen.